Höherer Kindesunterhalt durch neue Düsseldorfer Tabelle
Am 01.07.2005 steigen die Unterhaltszahlungen für Kinder um durchschnittlich 2,5 %. Das geht aus der neuen Düsseldorfer Tabelle hervor, die vom Oberlandesgericht der nordrhein-westfälischen Hauptstadt in Düsseldorf veröffentlicht wurde. Von der neuen Richtlinie profitieren jedoch nicht nur die Kindern, sondern auch viele Väter. Um knapp 6 % erhöht sich das Existenzminimum, das Unterhaltspflichtigen wie Unterhaltsberechtigten zugebilligt wird. Dies ist aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten lange überfällig gewesen. Das alle zwei Jahre vom OLG Düsseldorf überarbeitete Zahlenwerk ist bundesweit die Richtschnur für die Festlegung von Kindesunterhalt. Je nach Alter des Kindes und Einkommen des Unterhaltspflichtigen schwanken danach die zukünftigen Zahlungen pro Kind zwischen 204,00 € und 670,00 €. Väter mit einem Einkommen bis 1.300,00 € haben danach für ein Kind im Alter bis zu 5 Jahren 204,00 € zu zahlen, für 6- bis 11jährige 247,00 € und für 12- bis jährige 291,00 €. Väter mit einem Einkommen unter knapp 4.800,00 € zahlen in den gleichen Altergruppen exakt das Doppelte. Bei Großverdienern mit einem Nettoeinkommen von mehr als 4,800,00 € greift die Düsseldorfer Tabelle nicht mehr. Dann wird nach den Umständen des Einzelfalls entschieden. Mehr als doppelt so stark wie die Unterhaltsansprüche der Kinder stieg in diesem Jahr allerdings der Selbstbehalt des unterhaltspflichtigen Elternteils. Dieses Existenzminimum erhöht sich bei Berufstätigen um fast 6 Prozent auf 890,00 €. Die Anhebung richtet sich nach der Steigung der Lebenshaltungskosten. Die Unterhaltsansprüche der Kinder waren 2003 schon einmal um 6 % erhöht worden. Neu geregelt wurde vom OLG Düsseldorf auch der Selbstbehalt von Kindern, die ihren bedürftigen Eltern etwa im Pflegefall Unterhalt zahlen müssen. Er steigt ab dem 01.07.2005 um 12 % auf mindestens 1.400,00 € monatlich zzgl. der Hälfte des darüber hinaus gehenden Einkommens. Für Ehegatten verbleiben mindestens 1.050,00 €.
Familienrecht