Außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen?
Wer sich scheiden lässt und deswegen mit einem früheren Partner in Vermögensangelegenheiten vor Gericht streitet, kann nicht unbedingt auf Steuererleichterungen hoffen. Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes hervor (Aktz.: Bundesfinanzhof III R 27/04). Im vorliegenden Fall hatte sich ein Ehepaar nach längerer Ehe scheiden lassen wollen und sich vor Gericht um den Verbleib der ursprünglich gemeinsamen Immobilie gestritten und schließlich auch geeinigt. Die Anwalts- und Gerichtskosten beliefen sich dabei auf mehr als 23.000,00 €. Diese wollte der Mann als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen, scheiterte damit jedoch beim Fiskus. Der Bundesfinanzhof schloss sich der Einschätzung der Steuerbehörden an. Zwar könnten die Scheidungskosten als solche steuermindernd geltend gemacht werden, sofern sie eine zumutbare Eigenleistung nicht überschreiten. Nicht als außergewöhnliche Belastung im Sinne des § 33 EStG gelten hingegen vermögensrechtliche Auseinandersetzungen die – wie im vorliegenden Fall – gemeinsame Immobilien betreffen.
Familienrecht