Kindergeld nach der Schule und bei Volljährigkeit
Kindergeld gibt es nach dem Abgang von der Schule, auch dann, wenn bis zur nächsten Ausbildung eine längere Pause besteht. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Schulausbildung im Frühjahr endet, eine anschließende Lehre oder ein Studium aber erst im Herbst beginnt. Unabhängig von übergangszeiten steht den Eltern allerdings Kindergeld zu, wenn das Kind arbeitslos ist (bis 21 Jahre) oder mangels Ausbildungsplatz die Ausbildung nicht anfangen kann. Das gilt auch dann, wenn es eine Zusage hat und die Ausbildung nicht früher beginnt. Volljährige Kinder werden nur berücksichtigt, wenn sie besondere (Tatbestands-) Voraussetzungen erfüllen. Das kann z.B. eine Ausbildung sein. Hierzu gehören insbesondere schulische, berufliche und universitäre Ausbildungen. Weitere Tatbestände sind eine übergangszeit von höchstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, ein fehlender Ausbildungsplatz, ein fehlender Arbeitsplatz (bis zum 21. Lebensjahr), bestimmte anerkannte freiwillige Jahre oder eine schwere Behinderung des Kindes (Eintritt der Behinderung vor dem 27. Lebensjahr). Im Regelfall ist es ausreichend, bei der Familienkasse vor Vollendung des 18. Lebensjahres einen Ausbildungsnachweis und eine Erklärung zu den Einkünften und Bezügen des Kindes vorzulegen. Werden Sie von der Familienkasse nicht automatisch aufgefordert entsprechende Nachweise vorzulegen, bevor das Kind das 18. Lebensjahr vollendet, stellen Sie bei Erfüllung eines besonderen Tatbestandes bitte einen neuen Antrag bei er Familienkasse. Nicht berücksichtigt werden verheiratete Kinder, deren Ehepartner für den Unterhalt sorgen kann sowie Wehr- und Zivildienstleistende. Die Einkommensgrenze für volljährige Kinder beträgt derzeit 7.680,00 € pro Kalenderjahr. übersteigen die Einkünfte und Bezüge des Kindes diesen Betrag, entfällt der Kindergeldanspruch für das gesamte Kalenderjahr! Erfüllt das volljährige Kind nicht für alle Monate eines Kalenderjahres die Tatbestandsvoraussetzungen, wird der Grenzbetrag zeitanteilig gekürzt. Zu den Einkünften gehören z.B. der Arbeitslohn, das Waisengeld, die Mieten und die Zinsen. Zu den Bezügen zählen z.B. die Lohnersatzleistungen und die Renten. Die Höhe der Einkünfte und Bezüge ist der Familienkasse nachzuweisen. Soweit die Belege auch für das Finanzamt des Kindes benötigt werden, genügen Kopien der Unterlagen. Auszubildende sollten sich vom Ausbildungsbetrieb eine Ausbildungsbescheinigung ausfüllen lassen. Diese enthält genauere Angaben als ein Ausbildungsvertrag und verringert eventuelle Rückfragen der Familienkasse. Für Rückfragen betreffend der Bewilligung von Kindergeld, Schulabgängern und volljährigen Kindern hat die Familienkasse des Arbeitsamtes auch eine Hotline eingereichtet, die Sie unter der Ruf-Nr.: 01801-546337 erreichen können.
Familienrecht